Anzeigenkampagne zum Mitmachen!

DAS WALDHÄUSCHEN - Ferienhaus bis 7 Personen. Entspannung pur in der Lüneburger Heide

Wir freuen uns auf Ihre NachrichtZum ImpressumStartseiteZur Suchfunktion

EINKAUFSTIPPS

 

BEZUGSQUELLEN

 

SERVICE

 

INFOS

Unbenanntes Dokument
Lastminute
 

Vegetarische Babys - Ernährung im ersten Lebensjahr

von Irmela Erckenbrecht

Sie beschäftigen sich mit dem Gedanken, ihr Kind vegetarisch ernähren zu wollen - oder praktizieren dieses bereits?

Prima, denn - nach dem heutigen ernährungswissenschaftlichem Stand können Sie Kindern in puncto einer verantwortungsvollen Ernährung wohl kaum einen besseren Gefallen tun!

Zahlreiche, unabhängig voneinander weltweit durchgeführte Studien bestätigen auf eindrucksvolle Weise, wie eng Wohlbefinden, Fitness, Gesundheit und hohes Alter mit einer ausgwogenen vegetarischen Lebensweise, am besten von Geburt an, zusammenhängen.

Im neuen Jahrtausend wachsen immer mehr Kinder durch gut informierte Eltern wie selbstverständlich vegetarisch auf und gedeihen prächtig. Generationen von vegetarisch lebenden Familien bestätigen auf eindrucksvolle Weise, dass VegetarierInnen eine höhere Lebenserwartung haben und weitaus seltener krank werden. Dennoch herrscht bei vielen Eltern eine von der konventionellen Lebensmittelindustrie extrem geschürte Unwissenheit und Fehlinformation in Bezug auf fleischfreie oder gar tiereiweissfreie Kinderernährung. [...].

Die Ernährung im ersten Lebensjahr ist für die Gesundheit und das spätere Essverhalten Ihres Kindes besonders wichtig. Wissenschaftliche Untersuchungen über vegetarische Kinder auf der ganzen Welt haben ergeben, dass eine abwechslungsreich zusammengestellte (lakto-ovo-)vegetarische Kost für Kinder aller Entwicklungsphasen vorteilhaft und bedarfsdeckend ist. Auch die American Dietetic Association hat sich 1986 ausdrücklich positiv zur vegetarischen Ernährung von Kindern geäußert. Dies gilt auch für das erste Lebensjahr. Wenn Sie Ihr Kind in den ersten vier bis sechs Monaten stillen oder auf eine adäquate Flaschenkost zurückgreifen, seine Nahrungsmittel mit Beginn der Beikost sorgfältig zusammenstellen und vor allem auf ausreichende Eisenquellen in Verbindung mit Vitamin-C-haltigen Säften, Früchten und Gemüsen achten, versorgen Sie es spielend mit allem, was es für seine gesunde Entwicklung braucht, ohne es mit den in Fleisch und Fleischprodukten häufiger enthaltenen schädlichen Inhaltsstoffen zu belasten. Die Muttermilch In den ersten Lebensmonaten ist die Muttermilch für den Säugling das Allerbeste. In ihrer Zusammensetzung ist sie seinem Bedarf an Energie, Wasser und Nährstoffen optimal angepasst. Außerdem ist sie ganz auf die Verdauung, den Stoffwechsel und die Ausscheidung des Säuglings abgestimmt und versorgt ihn mit einem umfassenden Infektionsschutz. Anders als industriell oder selbst angefertigte Säuglingsnahrung enthält sie nicht nur alle wichtigen Nährstoffe - sie bietet sie auch in einer Form an, die vom kindlichen Verdauungstrakt optimal ausgenutzt werden kann. Auch der Allergieschutz der Muttermilch ist von enormer Bedeutung, weshalb das Stillen bei einer Allergieneigung besonders empfohlen wird. Stillende Vegetarierinnen haben hier einen großen Vorteil: Ihre Muttermilch hat einen höheren Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, was sie leichter verdaulich macht und sich auf die Aktivierung der Immunabwehr des Säuglings besonders positiv auswirkt. Schadstoffbelastung Die Belastung mit Umweltgiften hat die Muttermilch in der Vergangenheit in Verruf gebracht. Heute wird wegen der vielen auch gesundheitlichen Vorteile das Stillen wieder einhellig empfohlen. Wenn Sie den begründeten Verdacht haben, dass Ihre Muttermilch aufgrund äußerer Umständen (z.B. Kontakt mit chemischen Substanzen am Arbeitsplatz) besonders belastet sein könnte, können Sie über Ihr zuständiges Gesundheitsamt eine Untersuchung durchführen lassen. Vegetarische Mütter können sich im Hinblick auf den Schadstoffgehalt ihrer Muttermilch über einen großen Vorteil freuen: Weil die Nahrungskette Pflanze-Tier-Mensch, in der sich die Schadstoffe immer mehr anreichern, bei ihnen um ein wichtiges Glied - nämlich das Tier - verkürzt ist und die fraglichen Stoffe in erster Linie über tierische Fette weitergegeben werden, weist die Muttermilch von Vegetarierinnen im Durchschnitt deutlich geringere Schadstoffwerte auf. Je länger die Mutter sich vor der Schwangerschaft schon vegetarisch ernährt hat, desto geringer der Schadstoffgehalt. Vorteile des Stillens Nähe und zärtlicher Hautkontakt fördern die innige Mutter-Kind-Beziehung. Haben Sie und Ihr Kind erst einmal Ihren ganz persönlichen Stillrhythmus gefunden, ist das Stillen außerdem viel einfacher und praktischer als die Ernährung mit dem Fläschchen: Die Muttermilch ist stets dabei, hat immer die richtige Temperatur und ist außerdem hübsch und hygienisch verpackt. Sie brauchen nichts zu sterilisieren, anzurühren, anzuwärmen, aufzuschütteln, und Sie brauchen sich auch über die richtige Menge keine Sorgen zu machen. Ihr Baby trinkt, soviel es mag, und Ihr Körper reagiert darauf mit dem passenden Nahrungsangebot. Es kann kein Überfüttern und damit auch keine Überernährung geben. Gestillte Babys entwickeln eine natürliche Beziehung zum Essen und legen eine gesunde Anzahl von Fettzellen an, so dass sie im späteren Leben seltener zu Übergewicht neigen. Stillhindernisse Stillen ist jedoch leider nicht immer so einfach, wie es die idyllischen Fotos in den in Beratungsstellen und Arztpraxen ausliegenden Hochglanzbroschüren glauben machen.

Viele Mütter haben Angst, dass ihre Milch nicht ausreicht, aufgrund innerer Verkrampfungen und Unsicherheiten kommt bei manchen der Milchfluss nicht in Gang, und andere hören wegen wunder Brustwarzen, Milchstaus oder Brustentzündungen das Stillen früher auf, als sie es eigentlich vorhatten. Es ist daher besonders wichtig, sich von vornherein auf solche Schwierigkeiten einzustellen, sich vor allem in den ersten Wochen von einer erfahrenen und stillfreundlichen Hebamme oder Kinderkrankenschwester beraten zu lassen und sich in einer Stillgruppe mit anderen stillenden Müttern auszutauschen. Wie lange stillen? Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Fest steht nur, dass Ihr Baby in den ersten vier Monaten ausschließlich Mutter- oder Flaschenmilch bekommen soll. Sein Verdauungssystem ist noch nicht in der Lage, andere Kost zu bewältigen. Außerdem besteht bei einer zu frühen Zufütterung die Gefahr, eine Allergie auszulösen. Nach dem Beginn des fünften Lebensmonats kann, muss aber nicht mit der Beikost begonnen werden.

Auch wenn die Hersteller industrieller Babykost andere Angaben machen, um ihre Pulver und Gläschen zu verkaufen: Sie können Ihr Baby sechs Monate oder auch ein wenig länger voll stillen, wenn das Kind gut gedeiht und alle Beteiligten mit dieser Situation zufrieden sind. Für Kinder aus Familien mit Allergieneigung wird eine sechsmonatige volle Stillzeit sogar ausdrücklich empfohlen. Selbst hergestellte Fläschchenkost Nicht alle Mütter können oder wollen stillen. Als Alternative zur industriell hergestellten Fläschchenkost in Pulverform werden gelegentlich Rezepturen zur Selbstherstellung (z.B. «Mandelmilch« oder «Frischkornmilch«) empfohlen, die jedoch kritisch zu sehen sind. In großer Übereinstimmung gilt in der Fachliteratur lediglich die «Halbmilch« nach Droese und Stolley als bedingt geeignet. Nach dieser Rezeptur wird pasteurisierte Vollmilch zu gleichen Teilen mit Wasser verdünnt und mit 2,5% Stärke und 4% Zucker aufgekocht. Danach wird 1,5% Keimöl eingerührt. Für eine Gesamtmenge von 400ml werden also 200 ml Vollmilch, 200ml Wasser, 4 gestrichene TL Speisestärke, 4 gestrichene TL Milchzucker und 1 1/2 TL Maiskeimöl oder Sonnenblumenöl benötigt. Aber auch diese Rezeptur enthält Kuhmilch und kann für Kinder mit Allergieneigung problematisch sein. Außerdem muss - wie bei jeder selbstzubereiteten Fläschchenkost! - schon ab der sechsten Lebenswoche Beikost (zuerst Möhrensaft und Orangensaft, dann Möhrenbrei) zugefüttert werden. Industriell hergestellte Fläschchenkost Bei den industriell hergestellten Säuglingsmilchen wird zwischen „Säuglingsanfangsnahrung (Säuglingsmilchnahrung)“ für die ersten vier bis sechs Lebensmonate und „Folgenahrung (Folgemilch)“ für Babys über vier Monate unterschieden. Säuglingsanfangsnahrungen mit dem Zusatz „Pre“ sind adaptierte Zubereitungen, d.h., sie sind in ihrer Zusammensetzung der Muttermilch weitestgehend angenähert, und der Kohlenhydratanteil ist auf Milchzucker (Lactose) beschränkt. Genau wie Muttermilch können “Pre“-Milchen deshalb immer dann gegeben werden, wenn das Baby Hunger hat. Solange Sie die Dosierungshinweise auf den Packungen strikt beachten, besteht also keine Überfütterungsgefahr.

Im Naturkosthandel gibt es eine adaptierte „Bio-Säuglingsmilchnahrung“ mit Zutaten aus kontrolliert biologischer und gentechnikfreier Landwirtschaft. Wenn Sie Kuhmilch lieber ganz meiden wollen, können Sie auch zu Fläschchenkost auf Sojabasis aus dem Reformhaus greifen, die sich übrigens noch bis ins Kleinkindalter als Kuhmilch-Alternative zum Trinken, aber auch zum Kochen verwenden lässt und dem einfachen Sojadrink („Sojamilch“) aufgrund der auf die kindlichen Bedürfnisse abgestimmten Beimischung von Mineralstoffen (vor allem Kalzium) und Spurenelementen überlegen ist. Die Beikost Ab dem fünften Lebensmonat können Sie allmählich mit der Beikost beginnen. Führen Sie als erstes einen Gemüsebrei am Mittag, frühestens einen Monat später einen milchfreien Getreidebrei am Nachmittag und wiederum einen Monat später einen Milch-Getreide-Brei am Abend ein. Als letztes können Sie dann die Morgenflasche oder -stillmahlzeit durch einen Frühstücksbrei ersetzen. Gläschenkost oder selbstgemacht? Gläschenkost ist bequem und garantiert eine an gesetzlichen Vorgaben orientierte Schadstoffkontrolle. Andererseits handelt es sich bei den im Vergleich sehr teuren Gläschen um Konserven mit allen damit verbundenen Qualitäts- und Geschmackseinbußen. Außerdem gewöhnen sie häufig an eine viel zu süße Geschmacksnote. Dies gilt auch für viele Fertigbreie in Pulverform.

Die Beikost für Ihr Baby selbst zuzubereiten, ist gar nicht so schwierig und, selbst wenn Sie konsequent nur Biogemüse und -getreide verwenden, sehr viel preiswerter. Außerdem gibt es Ihnen die Chance, Ihr Kind von Anfang an mit leckeren frischen Nahrungsmitteln und deren natürlichem Eigengeschmack vertraut zu machen.

Tipp: Lebensmittel aus kontrolliert biologischen Anbau enthalten wesentlich mehr Vitamine und Mineralstoffe als Produkte aus konventioneller Landwirtschaft. Sie bezahlen für diese Produkte zwar etwas mehr, doch durch das Weglassen von Fleisch sparen Sie viel Geld ein, so dass sich der Einkauf in Naturkostladen oder Reformhaus nicht negativ auf die Haushaltskasse auswirken muss. Mittlerweile gibt es auch eine gut sortierte Auswahl an vegetarischer Babynahrung im Naturkosthandel.

Versorgung mit Eisen Skepsis schlägt vegetarischen Eltern vor allem im Hinblick auf die Versorgung mit Eisen entgegen. Wenn Sie einige Grundregeln beachten, ist es jedoch nicht schwierig, die Eisenversorgung Ihres Babys sicherzustellen. Eisen tierischer Herkunft ist zwar leichter verwertbar, aber in genügend pflanzlichen Lebensmitteln ist reichlich Eisen enthalten, das durch die Kombination mit Vitamin C-haltigem Obst und Gemüse für den Körper ebenfalls problemlos zu verwerten ist. Machen Sie es sich deshalb zur Regel, bevorzugt eisenhaltige Lebensmittel (z.B. Hirse, Amaranth, Hafer, Grünkern und andere Getreidesorten, getrocknete Aprikosen, Datteln, Pflaumen, Rosinen, Fenchel, Schwarzwurzeln, Möhren, Spinat, Brokkoli, Petersilie, Rote Bete, Linsen, Erbsen, Kichererbsen, Naturreis, Tempeh, Mandelmus, Sesammus, Traubensaft, Zuckerrübensirup) zu verwenden, nach jedem Gemüsebrei ein paar Löffel Vitamin C-haltigen Obstbrei als Nachtisch zu geben und Getreidebreien möglichst eine Vitamin C-haltige Zutat (z.B. Petersilie, Orangensaft, Kiwi oder Sanddornmus) beizumengen. Zahllose kerngesunde ovo-lakto-vegetarische Kinder auf der ganzen Welt beweisen, dass sich die Mär vom Eisenmangel mit ein bisschen Grips bei der Ernährungszusammenstellung jeden Tag aufs neue widerlegen lässt.

Tipp: Sollten Sie Sojaprodukte verwenden, empfehlen wir, fermentierten Produkten wie z.B. Tempeh den Vorzug zu geben (Tempeh kann ebenso wie Tofu zermust werden). Fermentierte Sojaprodukte scheinen nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen vorteilhafter als Produkte aus unfermentierter Sojabasis (Tofu, Sojalecitin, Sojamilch, etc.). Bevorzugen Sie auch hinsichtlich der Ernährung Ihres Babys Lebensmittel aus der Region. Produkte der heimischen Süßlupine sind z.B. frei von blähbildenden Stoffen, reich u.a. an Kalzium und Magnesium und eine ernährungsphysiologisch hervorragende Alternative zu Tofu. Bei einer ausgewogenen und vollwertigen (ovo-lacto-)vegetarischen Kost ist jedoch weder das eine noch das andere genannte Produkt für den Speiseplan ihres Babys notwendig, da die Auswahl an leckeren und hochwertigen vegetarischen Lebensmitteln riesengroß ist. Achten Sie jedoch bei einer rein pflanzlichen (veganen) Ernährung in jedem Falle auf die richtige Eiweißkombination, damit alle essentiellen Aminosäuren in einer Mahlzeit enthalten sind. (z.B. Gemüse+Getreide+Hülsenfrüchte). Ebenso empfehlen wir bei einer veganen Ernährung sicherheitshalber die Supplementierung von B12, da ein Mangel erhebliche und irreversible Schädigungen nach sich ziehen kann. Vegan lebende Eltern sollten über ein gut fundiertes Ernährungswissen verfügen. (Siehe auch: Buchtipps!)

Rezepte für vegetarische Babys hier klicken

Eine Zusammenfassung aller wissenschaftlichen Studien zu diesem Thema findet sich in dem Standardwerk „Vegetarische Ernährung“ von Claus Leitzmann und Andreas Hahn (Verlag Eugen Ulmer, Stuttart, 1996). Eine ausführliche Diskussion des Nährstoffgehalts verschiedener selbstzubereiteter Säuglingsmilchen finden Sie bei Leitzmann und Hahn.

 

Quelle: Info-Faltblatt, geschrieben von der Autorin des Buches „Das vegetarische Baby - Gesunde Ernährung von Anfang an“.

 

Hinweis:

 

Zum Weiterlesen empfohlen:

 

 

 

 

Noch mehr Infos:

Rezepte für vegetarische Babys
von Irmela Erckenbrecht

Einkaufstipps: Babykost

 

© Copyright Armin Mück. Alle Rechte vorbehalten.